Vom OÖ Museumsverband zum
Museum des Monats - Jänner 2006
gewählt

Die Geschichte zum Heimathaus

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Löffel, Docken, Kluppen

Bis nach Russland, Rumänien und in die Türkei exportierten die Viechtauer Schnitzer,
Drechsler und Kluppenmacher in der Blütezeit ihren hölzernen Hausrat und das
begehrte Spielzeug.

Not hatte die Menschen in der entlegenen Altmünsterer Talschaft erfinderisch gemacht.
Seit dem 14. Jahrhundert hatten die Schnitzer als hausierende Kraxenträger ihre Löffel
und Docken (bemalte Holzpuppen) selbst vermarktet, später erschlossen Verleger internationale
Märkte.

1881 gründete man sogar eine Viechtauer Schnitzereischule.

Doch die Viechtauer Hausindustrie - seit 1911 als Genossenschaft organisiert - konnte der
Automatisierung des Drechslergewerbes und der Erzeugung von Kunststoffgegenständen
langfristig nichts entgegensetzen.

In den siebziger Jahren wurden aus der großen Handwerkstradition endgültig ein Stück Geschichte.
Die Genossenschaft löste sich endgültig auf und das Viechtauer Heimathaus entstand.

Dass die Viechtauer Hausindustrie detailreich erforscht und dokumentiert ist, ist zu einem
großen Teil das Verdienst von Dr. Gertraud Liesenfeld vom Institut für Europäische Ethnologie
der Uni Wien. Liesenfeld, die der Viechtauer Ware schon ihre Dissertation gewidmet hatte,
legt nunmehr einen neuen Heimathaus-Führer vor, der auf 73 Seiten nicht nur Exponate beschreibt,
sondern mit fesselnden Alltags-, Werkstatt-, Haus-, Produkt- und Landschaftsgeschichten die
einstige Lebenssituation der Viechtauer verlebendigt.

Das Büchlein ist um 10.-- Euro im Heimathaus erhältlich (im Handel nicht mehr erhältlich).